Feuerwehr-Einsatzdokumentation mit lokaler künstlicher Intelligenz
Hintergrund
Wir entwickelten einen funktionierenden KI-Prototypen für die Feuerwehr-Einsatzdokumentation mit lokal betriebener künstlicher Intelligenz. Ziel ist es, aus Funkverkehr und teilweise verrauschten Audiodaten strukturierte Dokumentation zu erzeugen, ohne dass Einsatzkräfte während der Lage zusätzliche Eingabeaufwände übernehmen müssen. Die Atemschutzüberwachung dient dabei als konkretes Beispiel für eine besonders dokumentationsintensive Einsatzsituation.
In der Praxis entstehen bei Atemschutzeinsätzen viele sicherheitsrelevante Informationen parallel: Trupps, Einsatzabschnitte, Start- und Restdrücke, Statusmeldungen, Gefahren, Maßnahmen und Rückmeldungen. Gleichzeitig ist Funkverkehr oft kurz, unvollständig oder durch Lärm, Atemschutzgeräte und Einsatzdynamik schwer verständlich. Für Einsatzleiter:innen sowie B- und C-Dienste ist eine belastbare Dokumentation deshalb besonders wertvoll.
Genau hier setzt unsere Lösung an: Die KI unterstützt als Augmented Intelligence bei der laufenden Erfassung, Strukturierung und Nachbereitung von Einsatzinformationen. Sie kann vollständige Einsatzdokumentationen vorbereiten und einzelne Fachmodule wie die Atemschutzüberwachung strukturiert abbilden, während die Entscheidungshoheit beim Menschen bleibt.
Funktion
Eine lokale Künstliche Intelligenz kann Funkmeldungen aus verrauschten Audiodaten datenschutzsicher auf der eigenen Infrastruktur auswerten. Sie erkennt relevante Angaben zu Einsatz, Trupp, Uhrzeit, Druck, Status, Gefahren und Maßnahmen und überführt diese in eine strukturierte Dokumentationsoberfläche.
Anders als eine reine Sprachnotiz verarbeitet die Software den Inhalt fachlich: Einsatznummer, Dokumentationszeit, Einsatzstelle, Einsatzleitung, Lage, Atemschutzabschnitt, Truppdaten, Geräte, Drücke, Sicherheitsmaßnahmen, besondere Gefahren und der zeitliche Verlauf können aus Meldungen abgeleitet, vorgeschlagen und von der Einsatzleitung bestätigt werden.
Die KI ersetzt dabei keine Führungskraft und keine fachliche Dokumentationsverantwortung. Sie fungiert als Entscheidungsunterstützung im Human-in-the-Loop-Ansatz: Menschen behalten die Kontrolle, erhalten aber eine strukturierte, skalierbare und konsistente Grundlage für laufende Einsatzdokumentation, Übergaben und spätere Auswertungen.
"B-Dienst für Einsatzleitung, Einsatz FW-2026-00123, Brandwohnung im dritten Obergeschoss, starke Rauchentwicklung"
Einsatznummer, Dokumentationszeit, Einsatzstelle, Einsatzleitung, Lage
Die KI kann aus einer kurzen, realitätsnahen Funklage strukturierte Basisdaten vorschlagen. Für Einsatzleiter:innen entsteht dadurch früh ein nachvollziehbarer Dokumentationsrahmen, der später für Übergabe, Bericht und Nachbesprechung genutzt werden kann.
"Angriffstrupp 1 geht um 12:30 in den Innenangriff, Startdruck dreihundert bar"
Trupp, Einsatzbeginn, Gerätetyp, Startdruck, Status
Der Prototyp kann Truppnamen, Zeitangaben und Druckwerte erkennen und in die Atemschutzüberwachung übernehmen. Restdruckmeldungen und Statuswechsel wie bereit, im Einsatz, Rückzug oder beendet können anschließend als Verlauf dokumentiert werden.
"Sicherheitstrupp steht bereit, Nullsicht und Hitze im Treppenraum, Kommunikation weiterhin klar"
Sicherheitstrupp, Kommunikation, Nullsicht, Hitze, Absturzgefahr, Kontamination
Sicherheitsrelevante Hinweise können als eigene Datenpunkte vorgeschlagen werden. Dadurch werden besondere Gefahren nicht nur im Freitext erwähnt, sondern strukturiert für Lagebild, Führungsentscheidung und spätere Auswertung verfügbar.
"13:17, Angriffstrupp 1 meldet Restdruck 180 bar, Brandbekämpfung läuft, Rückzug über Treppenraum vorbereitet"
Zeit, Trupp, Ereignis, Druck, Status, Meldung, Maßnahme, Abschluss
Die KI kann einzelne Ereignisse in einer Zeit- und Meldehistorie ablegen. So entsteht aus Funkverkehr eine chronologische Einsatzdokumentation, die auch für B- und C-Dienste als Grundlage für vollständige Einsatzberichte, Übergaben und Entscheidungen nutzbar ist.
Wie die KI Funkverkehr in Dokumentation übersetzt
Die KI betrachtet Funkmeldungen nicht als reine Textnotizen, sondern ordnet sie fachlichen Feldern, Ereignissen und Sicherheitsinformationen zu. Dadurch erkennt sie, welche Angaben zur Atemschutzüberwachung, zum Einsatzverlauf und zur Führungslage gehören und bereitet daraus eine konsistente Dokumentation vor.
Datenschutz, Sicherheit und Compliance
Ein zentrales Merkmal der KI-Lösung ist der vollständig lokale Betrieb. Funkmitschnitte, Einsatzdaten und Dokumentationsinhalte müssen nicht an Cloud-Anbieter übertragen werden. Dadurch wird verhindert, dass sensible Informationen unterwegs abgefangen werden oder ungewollt an externe, etwa US-amerikanische Unternehmen gelangen, die Daten potenziell für Trainingszwecke verwenden. Die Verarbeitung kann direkt vor Ort auf lokaler Infrastruktur erfolgen, sodass System, Eingaben und Auswertungen innerhalb der eigenen Organisation bleiben.
Diese Architektur unterstützt hohe Anforderungen an Vertraulichkeit, Nachvollziehbarkeit und Kontrolle. Die Lösung ist auf eine Nutzung in sensiblen BOS-Umgebungen ausgerichtet und kann so umgesetzt werden, dass sie EU-DSGVO-konform und im Rahmen geeigneter Governance auch AI-Act-konform betrieben werden kann.
Gerade im Einsatzkontext ist dies entscheidend: Funkverkehr, Lageinformationen, Namen, Adressen, taktische Entscheidungen und sicherheitsrelevante Bewertungen gehören zu den besonders sensiblen Informationen einer Organisation. Lokale KI schafft hier einen belastbaren Rahmen für moderne Dokumentation, ohne die Datenhoheit aus der Hand zu geben.
Organisatorischer Mehrwert
Ein häufig unterschätzter Faktor im Einsatz ist der Zusammenhang zwischen Führungsbelastung, Dokumentationsdruck und nachträglicher Nachvollziehbarkeit. Während einer dynamischen Lage müssen wichtige Entscheidungen getroffen werden, gleichzeitig entstehen Dokumentationspflichten, Sicherheitsanforderungen und Übergabepunkte.
Durch eine nachvollziehbare und strukturierte KI-Unterstützung kann die Einsatzdokumentation vollständiger, konsistenter und schneller prüfbar werden. Das entlastet Einsatzleitung, Atemschutzüberwachung sowie B- und C-Dienste, weil relevante Informationen bereits während des Einsatzes fachlich vorsortiert werden.
Langfristig entsteht damit ein Werkzeug, das Führungskräfte nicht ersetzt, sondern ihnen hilft, komplexe Einsatzlagen dokumentierbarer und auswertbarer zu machen – insbesondere dort, wo Funkverkehr, Sicherheitsinformationen und taktische Maßnahmen gleichzeitig zusammenlaufen.
Funkdaten und Einsatzdokumentation werden lokal verarbeitet, ohne Übertragung sensibler Einsatzinformationen an externe Cloud-Dienste.
Funkmeldungen werden in Einsatzdaten, Truppinformationen, Druckwerte, Status, Maßnahmen und Verlauf übersetzt.
Die KI unterstützt Einsatzleitung und Atemschutzüberwachung, ersetzt aber keine taktische Entscheidung. Die Kontrolle verbleibt beim Menschen.
White Paper
Prototyp
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Wir prüfen mit Ihnen, wo künstliche Intelligenz organisatorisch sinnvoll, lokal betreibbar und unter realen Einsatzbedingungen belastbar eingesetzt werden kann.